Festival der Polizeipuppenbühnen
  Sachbereich Verkehrserziehung     Chronik des Verkehrspuppenspiels in Nürnberg     Die Geschichte des Kaspers in Deutschland     Bayerischer Elternverband e. V.  
Grußworte
Das Organisationsteam
Das Kulturprogramm
Spieltermine
Bilderarchiv
Festivals - Die Idee
Allgemein:
Startseite
Haftungsausschluss
Impressum

Das Kulturprogramm

Kleeblattstadt Fürth

Unser diesjähriges Kulturprogramm führt uns in die kleine Nachbarstadt Nürnbergs.

Fürth wurde wohl um 750 als Königshof an einer Furt gegründet, jedoch erst 1007 erstmals urkundlich als Geschenk von Kaiser Heinrich II an das Bistum Bamberg erwähnt .
Fürth ist damit älter als Nürnberg, hat aber durch eine wechselhafte Geschichte (aufgeteilt auf drei Herrschaftsbereiche) eine völlig andere, ungünstige Entwicklung genommen.



Auch in ihrem Erscheinungsbild hat sich die Stadt immer wieder gewandelt, zuletzt von der „Stadt der Tausend Schlöten“, von einer schmutzigen Industriestadt hin zu einem modernen Dienstleistungszentrum, einer „Wissenschaftsstadt“.

Aber auch das Prädikat „Denkmalstadt“ gebührt ihr zu Recht: Fürth hat mehr als 2000 Baudenkmäler und damit das dichteste Denkmalnetz Bayerns.

Fürth war immer eine offene Stadt und damit auch Zufluchtsort für viele Juden, die u.a. aus Nürnberg und Wien vertrieben worden waren. Das „Jerusalem des Nordens“ hatte sechs Synagogen, hebräische Druckereien und sogar eine eigene Talmuthochschule. Großherzige Spenden wie Schulen, Theater- und Lesesäle zeugen heute noch vom

sozialen Engagement der Fürther Juden. Der Schriftsteller Jakob Wassermann, der Verleger Leopold Ullstein, sowie der frühere amerikanische Außenminister Henry Kissinger gehörten zu den berühmten Söhnen der Stadt. Nicht zu vergessen Ludwig Erhard (Wirtschaftsminister und Bundeskanzler), Max Grundig, Gustav und Grete Schickedanz sind bekannte Fürther.

Neben diesen Persönlichkeiten verbindet man mit Fürth natürlich auch die erste Deutsche Eisenbahn.

Nach dem Bau der Staatsbahn verband zunächst eine Pferdebahn, dann die Straßenbahn die beiden Städte. Heute hat Fürth rund 115.000 Einwohner und ist damit die kleinste Stadt mit einer U-Bahn. Ein modernes Verkehrsmittel, mit dem die Fürther nach Nürnberg und Nürnberger nach Fürth fahren, insbesondere zur „Fürther Kirchweih“, der größten und schönsten Straßenkirchweih Süddeutschlands. Sie geht zurück auf die Kirche St. Michael, die um 1100 erbaut wurde und lange Zeit die Mutterkirche von St. Lorenz in Nürnberg war.

Wir fahren (leider nicht mit dem ADLER) entlang der ehemaligen Bahnstrecke von Nürnberg nach Fürth
und machen dort einen kleinen Rundgang durch die Stadt.
Wir beginnen entlang der Prachtstraßen Hornschuchpromenade und Königswarther Straße (benannt nach jüdischen Bürgern ) zur Fürther Freiheit, wo einstmals der Fürther Bahnhof der Ludwigs-Eisenbahn stand.
Über die Königstraße führt uns der Weg zum Stadttheater, dem Jüdischen Museum und zum Rathaus, durch die historische Altstadt zurück zum Rathaus (U-Bahn).

Fürth - Ankunftsstadt des "Adler"

Am 7. Dezember 1835 fuhr die erste deutsche Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth.
Für die rund 7 km lange Strecke benötigte der „Adler“ mit seinen neun Wagen neun Minuten.
Als 1806 Nürnberg und Fürth an das Königreich Bayern fielen, entwickelte sich rasch eine Handelsbeziehung zwischen den beiden Städten, die bald eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse erforderlich machte.



Bereits 1807 wurden erste konkrete Vorstellungen über „eiserne Kunststraßen in Bayern“ von Joseph Ritter von Baader propagiert.
Er erhielt das erste deutsche Eisenbahnpatent. Schon 1826 dachte man an eine Eisenbahnverbindung zwischen Nürnberg und Fürth, da die topographischen Verhältnisse hierfür ideal waren.

Dieser Gedanke wurde 1832, durch den Direktor der Technischen Lehranstalten Nürnberg Johannes Scharrer, neu belebt. Das Startkapital betrug 133.000 Gulden und wurde von Bürgern aus ganz Deutschland erbracht.

Die 2.800 Schienen (Fa. Remy in Neuwied) ruhten auf Steinsockeln. Der Platz zwischen den Schienen war gepflastert, damit die Strecke auch als Pferdebahn genutzt werden konnte. Am 26. Oktober 1835 kam der in Einzelteile und in 14 Holzkisten verpackte „Adler“ per Schiff und

Ochsenkarren in Nürnberg an und wurde dort montiert. Am 16. November wurde die erste Probefahrt durchgeführt. Die Bahn beförderte 1835/1836 475.000 Fahrgäste. Zu Zeiten der Fürther Kirchweih und des Nürnberger Christkindlesmarktes waren es erheblich mehr, so dass die Kapazität nicht ausreichte.

Das Eisenbahnzeitalter in Deutschland hatte begonnen, doch die Geschichte der Eisenbahn ist damit nicht abgeschlossen.


Reimar Löblein

Quelle: Stadtarchiv Fürth